Mut wachsen lassen
was Eltern tun können

Eltern (und andere Bezugspersonen) können ihre Kinder stärken. Je mehr Freiheiten und Möglichkeiten zum Selbermachen sie bieten, desto mehr kann Mut wachsen.

Ermutigen Sie Ihr Kind, aber drängen Sie es nicht

Wenn ihr Kind zögert, nehmen Sie seine Gefühle ernst, ermutigen Sie es und sprechen ihm Ihr Vertrauen aus. Aber drängen Sie Ihr Kind nicht oder titulieren es als Angsthase, wenn es sich doch nicht traut. Es gehört auch eine gehörige Portion Mut dazu, wieder vom 3-Meter-Brett herunterzusteigen.

Bieten Sie Freiraum und Möglichkeiten zum Selbermachen

Die Natur bietet per se unendlich viele Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Je mehr Zeit Kinder – möglichst selbstbestimmt – draußen verbringen, desto mehr trauen sie sich zu. Aber auch im Haushalt und bei Alltäglichem bieten sich viele Möglichkeiten, dass Kinder sich selbst ausprobieren und beweisen.

Überwinden Sie Ihre Ängste

Vielleicht geht auch mal etwas schief – aber das ist nichts gegen die vielen positiven Erfahrungen, die Ihr Kind machen wird, wenn es sich ausprobieren darf. Überlegen Sie, was das Allerschlimmste wäre, das passieren kann – das Risiko eines gebrochenen Arms gehört zu jedem Kinderleben.

Vertrauen Sie Ihrem Kind

Wenn Ihr Kind bereit ist für den nächsten Entwicklungsschritt, prüfen Sie genau, ob Sie es wirklich bremsen müssen, oder ob es nicht doch schon allein zum Spielplatz gehen oder das Werkzeug für Große benutzen kann.

Wie Kindergarten und Schule Mut fördern können

PädagogInnen können einen Rahmen für Kinder schaffen, der es ihnen ermöglicht, eine starke Persönlichkeit und ein hohes Selbstwertgefühl aufzubauen, Kinder zu autonomen Individuen zu erziehen und sie zu ermutigen. „Hey, ich kann das und noch viel mehr“ sollte für Kinder zur Devise des Alltags werden.

Anerkennung geben und Erfolge feiern

Beim gut sein erwischen – loben Sie Kinder in angemessenen Momenten und individuell und freuen Sie sich mit den Kindern. Reduzieren Sie den Leistungsdruck und setzen Sie erreichbare Ziele. Persönliche Erfolge und positive Verstärker führen zu höherem Selbstwertgefühl und Mut kann gedeihen.

Freiräume schaffen und geben

Lassen Sie Kindern im Sportunterricht oder beim Spielen auf dem Gelände und im Wald freien Lauf. Jeder darf sich ausprobieren, mit verschiedenen Geräten und Gegenständen hantieren.
Wenige klare Regeln und ein fester räumlicher Rahmen bieten Sicherheit für die Entwicklung von Mut.

Selbsterfahrung und Selbstwirksamkeit ermöglichen

Überfluten Sie Kinder nicht mit Reizen, Anregungen und Vorgaben. Lassen Sie sie selbst tun, selbst erleben, selbst Erfolge feiern. Aus freiem Spiel entwickeln sich kreative Ideen und Kinder wachsen über sich hinaus – so entwickeln sie Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Bedürfnisse und Ängste der Kinder wahr- und wichtig nehmen

Spielen Sie Ängste und Gefühle nicht herunter. Tut sich ein Kind weh, beschönigen Sie die Situation nicht, sondern stillen Sie sein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Signalisieren Sie ihm: „Du bist mir wichtig, ich helfe dir, ich nehme dich ernst.“ Erzählen Sie den Kindern auch, wo Sie Mut brauchen oder in welchen Situationen Sie Ängste überwunden haben.

Kinder ernst nehmen

Beziehen Sie Kinder in Entscheidungsprozesse ein – im Rahmen des Morgenkreises, eines Gruppenrates oder Kinderparlamentes. Implementieren Sie Streitschlichtungsprogramme und involvieren Sie Kinder in die Konfliktlösung. Ein achtsamer und wohlwollender Umgang sollte selbstverständlich sein, öffentliche Kritik und „vorgeführt“ werden vermieden werden.
So entsteht ein Gefühl der Wertschätzung und der zunehmenden Autonomie.

Mutmacher Sätze